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Saut de Côte AOP Languedoc

Jahrgang:
2019
Produzent:
Alain Chabanon
Land:
Frankreich
Region:
Languedoc
Klassifikation:
Coteaux du Languedoc
Abfüllung:
75cl
Traubensorten:
100%Mouvèdre
Volumen:
13 %
Lagerfähigkeit:
2039
Ausschanktemperatur:
14°-16°- C
Artikelnummer:
3099

CHF 40.00 inkl. MWST

Degu-Notiz/Weinbeschrieb

So elegant und finessenreich kann Mourvèdre sein!

2019 Saut de Côte  AC Coteaux du Languedoc
Vin Biodynamique, 13% Alk.
Mourvèdre pur, auf kargen, steinigen Lehm-Kalkböden gewachsen. Die Cuvée trägt den Namen der Parzelle, aus der sie hervorgeht. Der Weinbau erfolgt nach biologisch-dynamischen Methoden unter Demeter-Kontrolle, mit Vollimpfung des Bodens und ohne Düngung. 100% Mourvèdre, Ertrag: 30 hl/ha, Spontangärung, fünf Wochen Mazeration, drei Jahre Ausbau im Betonei. Totalproduktion 3200 Flaschen.
Dunkles und klares Rubinrot. Was für eine eindrückliche Nase! Der Duft ist auffallend reintönig und fein gezeichnet. So habe ich Mourvèdre noch nie erlebt, so weit aufgefächert, fast schon süss wirkend, edel und doch herb, aber ohne Kanten, eine wahre Schönheit. Ins Staunen bringt einen auch der Auftritt auf der Zunge, der Fluss ist kompakt, dicht gewoben und durch und durch von feinsten Aromen durchzogen. Welch eindrückliche Länge und Tiefe, ohne einen Hauch von Schwere oder Alkohol, die Tannine sind da, aber so fein und geschliffen wie nur selten. Auch Rasse ist genügend da, sie sorgt für Zug und gut dosierte Saftigkeit. Der wohl beste Saut de Côte aller Zeiten! Ein reinsortiger, im Betonei ausgebauter Mourvèdre, eine Essenz der Extraklasse, ohne viel Alkohol! Begleitet auch kräftige Gerichte vortrefflich und wird bestimmt auch gerne einfach so getrunken. Ein Monument! Jetzt bis 2040.

Alain fasst seine Weinphilosphie oder seine Vision von Wein in zwei Worten zusammen: Finesse und Eleganz. Er will Weine herstellen, die Persönlichkeit haben und reifen können.
Das Besondere an den Chabanon-Weinen ist nicht der dahinter stehende biodynamische Gedanke, sondern die auffällige Feinheit, Eleganz und Aromentiefe, die all diesen Weinen eigen ist. Die gebündelte, breit gefächerte und verspielte Aromendichte, der kompakte, saftige Fluss - durchwirkt mit sanft griffigen Tanninen, herbwürziger Frucht und Mineralität - und der nachhaltige Ausklang begeistern immer wieder aufs Neue. Und wie so oft bei wirklich guten Weinen zeigen diese ihre Klasse bereits in jungen Jahren schon auf sehr verführerische Art. Ja, man kann sie jetzt schon sehr gut trinken, doch wenn Sie in 10 Jahren noch ein paar Flaschen davon im Keller liegen haben, wird das Anlass zur Freude sein. Sie passen hervorragend zur mediterranen und internationalen Küche, machen aber auch einfach so Freude.

Alain Chabanons Weingut ist seit über zehn Jahren Demeter zertifiziert. Die Rebberge werden entsprechend gepflegt. Sie sind karg, gesund und liefern zwar nur wenig Ertrag, dafür aber von allerbester Qualität. Um Erträge von 20 – 35 hl/ha zu erhalten, müssen Winzer normalerweise ihre Reben gezielt zurückschneiden, sonst verteilt sich die Kraft der Rebe auf zu viele Trauben und der Wein daraus wäre zu leichgewichtig und könnte nicht die gewünschte Konzentration liefern. Diese Arbeit kann sich Alain sparen, er erntet auch ohne Schneiden nicht mehr als 35 hl/ha. Auf natürliche Art liefern seine Reben nur wenige Trauben, diese werden aber gut versorgt, denn die Reben (im Schnitt 35 Jahre alt) haben ein tiefes Wurzelwerk, welches immer genügend Nahrung findet, um zu überleben.

Wenn Sie eigenständige, charaktervolle und ausdruckstarke Weine mögen, sollten Sie Alain Chabanons Top-Cuvées unbedingt probieren. Doch auch die beiden preiswerteren Roten, der CAMPREDON (aus Syrah, Grenache und Mourvèdre) und der LE PETIT MERLE AUX ALOUETTES (aus Merlot), die jeweils nur zehn Monate im Edelstahl ausgebaut und dann abgefüllt worden sind, sind mehr als nur gut. Es dürfte schwer sein, in dieser Preisklasse - wohlgemerkt in Demeter-Qualität - mehr Tiefe und Finesse zu finden.
Kommentare über die Weine von Alain Chabanon sucht man in der internationalen Fachpresse vergebens. Anders in der Schweiz: VINUM, Peter Keller, NZZ-Bellevue, Peter Rüedi, Weltwoche und der SonntagsBlick haben schon über die Weine von Alain Chabonon berichtet. Den jüngsten Artikel hat Martin Kilchmann vor gut zwei Jahren in der Weltwoche publiziert. Sehr treffend geschrieben und lesenswert.

Alain Chabanon
Alain Chabanon hat sein Weingut Ende der 80er Jahre gegründet und 1992 seinen ersten Jahrgang abgefüllt. Studiert hat er in Bordeaux und Montpellier und später sehr viel gelernt bei Alain Brumont, dem Gründer von Château Montus und der Domaine Bouscassé in Madiran. Heute wird Alain Chabonon als Kult-Winzer verehrt und seine Weine sind international gesucht. Er produziert auf 17 Hektaren gerade mal 60'000 Flaschen pro Jahr. Dabei werden sämtliche Reben nach biodynamischen Grundsätzen gepflegt. Mehr Bio geht nicht. Stilistisch geht Alain seinen eigenen Weg und es grenzt fast an ein Wunder, dass mit so geringen Erträgen solch finessenreiche und frische Weine möglich sind.